DGO-Jahrestagung 2014: "Der Erste Weltkrieg im Osten Europas"

17.04.2014 (09:58)

Bericht von der DGO-Jahrestagung „Der Erste Weltkrieg im Osten Europas“, Münster 3.-4.04.2014

Am 3. und 4. April 2014 lud die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) zu ihrer Jahrestagung „Der Erste Weltkrieg im Osten Europas“ nach Münster ein. Kriegsverlauf und –folgen im östlichen Europa wollte die Konferenz erläutern und stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken. Die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien wurde durch gleich zwei Mitglieder vertreten. Im Eröffnungspanel sprach Marie-Janine Calic (München) über Die Perzeption des Ersten Weltkrieges – Die Bedeutung des Ersten Weltkrieges für das Nationalbewusstsein im Westen und Osten Europas. Anschließend referierte Ulf Brunnbauer (Regensburg) im Panel Vom Untergang der Imperien zur Neuordnung der Staatenwelt: Geopolitik und neue Nationalstaaten.

Am Donnerstag stand neben verschiedenen Grußworten von Vertretern aus Münster und dessen Partnerstädten – Orléans, Rjasan und Lublin – der Vortrag von Herfried Münkler zu seinem gleichnamigen Buch "Der Große Krieg: Die Welt 1914-1918" im Vordergrund. Am Freitag eröffneten Jugendliche aus Münster und den Partnerstädten den zweiten Konferenztag und stellten in einem gemeinsamen Film dar, wie in ihren Heimatstädten an den Ersten Weltkrieg erinnert wird. Anschließend beleuchteten mehrere prominent besetzte Vorträgen und Panels unterschiedliche Aspekte der europäischen „Urkatastrophe“. Vertreter aller Disziplinen sprachen zu sehr unterschiedlichen Themen wie Gewalterfahrungen, Selbstbestimmungsrecht der Völker und Zerfall der Imperien, aber auch Aspekte wie Religion oder die künstlerische Aufarbeitung fanden am Nachmittag Beachtung.

Dass der Fokus einhundert Jahre nach Kriegsbeginn, aber nicht in der Vergangenheit, sondern sehr wohl in der Gegenwart liegt, zeigte eine kurzfristige Umgestaltung des Schlusspanels. So lag der Schwerpunkt in der abschließenden Diskussion "Der Krieg von gestern und die Krise von heute" auf den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und der Rolle Russlands.

Henner Kropp

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