„Eine einzigartige Zeit“

15.12.2016 (12:55)

5. Jahrgang der Graduiertenschule und 13. Jahrgang des Elitestudiengangs in München begrüßt

Sie werden sich in den nächsten Jahren intensiv mit dem östlichen und südöstlichen Europa beschäftigen: Sechs neue Promovierende und 16 Master-Studierende sind am 14. Dezember 2016 offiziell als neue Mitglieder der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (GS OSES) bzw. des Elitestudiengangs Osteuropastudien feierlich begrüßt worden. Mehr als 60 Angehörige beider Programme kamen dazu im Historischen Kolleg in München zusammen.

„Eine einzigartige Zeit“ stehe den neuen Studierenden und Promovierenden bevor, in der sie sich voll auf eine Sache konzentrieren könnten, betonte Martin Schulze Wessel, Sprecher der GS OSES, in seiner Ansprache. Die Studierende erwarte unter anderem ein umfangreiches Lektürepensum und ein forschungsnaher Projektkurs, die Promovierende individuelle Forschungsarbeit, verbunden mit intensiven Diskussionen mit den anderen Mitgliedern der Graduiertenschule, unter anderem in den thematisch fokussierten Studiengruppen.

Martin Schulze Wessel oblag es, beide Programme vorzustellen. Er verwies auf ihre Internationalität, ihren Forschungsertrag ebenso wie auf die Verwobenheit beider Einrichtungen. Die Idee eines integrierten Studienangebots im Sinne amerikanischer Ph.D.-Programme, welche die Option böten, vom Masterstudium nahtlos ins Promotionsstudium überzugehen, sei hier in idealer Weise verwirklicht worden.

Den Festvortrag hielt Riccardo Nicolosi, mit welchem der Professor für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München Einblicke in sein aktuelles Forschungsprojekt zur „Kontrafaktischen Geschichte im sowjetischen und postsowjetischen Russland“ gab. Dass seine Überlegungen zu einer Kulturgeschichte des kontrafaktischen Denkens anregend waren, zeigte die anschließende rege Diskussion.

Auf diesen inhaltlichen Einblick in ein neues Forschungsprojekt folgte ein Blick auf die praktischen Aspekte wissenschaftlicher Arbeit, für den sich Isolde von Bülow vom Graduate Center der LMU München verantwortlich zeichnete. Sie sprach über Zeitmanagement, Vortragsgestaltung und unterschiedliche Phasen der Promotion und stellte die Kurse sowie Beratungsangebote des Graduate Center für Promovierende, aber auch Studierende vor.

Anschließend stellten sich die Studierenden des Elitestudiengangs mit ihrem bisherigen Werdegang und ihren Studienschwerpunkten vor. Den 13. Jahrgang bilden Jan Bever, Carolin Centner, Laura Christoph, Vesela Dimitrova, Sofia Dreisbach, Murat Findik, Simon Franzen, Kristina Großehabig, Qamlije Lokaj, Amadeus Neumann, Raphael Rüschendorf, Tilman Schächtele, Agnes Stelzer, Lena Seglitz-Baierl, Stiven Tripunovski und Mareike zum Felde.

Die Vielfalt der Disziplinen, Forschungsinteressen und regionalen Schwerpunkte der im Studiengang und in der Graduiertenschule vertretenen Disziplinen zeigte sich in der anschließenden Vorstellung einiger Fachvertreter, darunter Lehrende der Fächer Geschichte, Sozialanthropologie, Slavistik, Türkische und Osmanische Studien sowie  Jüdische Geschichte und Kultur. Bereichert wird der Fächerkanon seit diesem Wintersemester um die Sozialwissenschaftliche Osteuropastudien, einer im Zuge der GS OSES neu geschaffenen Professur an der LMU München. Frisch berufener Inhaber ist der Wirtschafts- und Politikwissenschaftler Alexander Libman, der sich, sein Fach und seine Lehrveranstaltungen in der Begrüßungsfeier vorstellte.

Zum Wintersemester 2016/2017 hat die Graduiertenschule fünf voll geförderte Promovierende und einen assoziierten Doktoranden aufgenommen. In München forschen der Historiker Anton Liavitski über die belarussische Intelligenzija und die Herausforderungen des Nationalstaats ab 1991 und der Slavist Philipp Tvrdinić zu "Stanislaw Lem und die Kybernetik". In Regensburg arbeitet die Historikerin Daniela Mathuber zum "Samozvanstvo als kulturelles Gedächtnis in der Geschichte Russlands". Der Historiker Daniel Schrader beschäftigt sich politischen Praktiken und Sprachen russländischer Räte- und Stadtdumendelegierten in Revolution und Bürgerkrieg, 1917-1919. Die Sozialanthropologin Eva-Maria Walter forscht wiederum zu "Convergence and Divergence of Tolerance and Nationalism: How Activists Fight Slovakia’s 'Tolerance Problem'" und der Historiker Peter Wegenschimmel zu "Staatlichkeit und Industrie im postsozialistischen Europa: Zwei Fallstudien zur organisationalen Resistenz bzw. zur staatlichen Lenkung in der Schiffbauindustrie".

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