Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs

16.05.2017 (10:57)

Martin Schulze Wessel im Gespräch mit Radio Svoboda

Martin Schulze Wessel, Sprecher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien sowie Sprecher der deutschen Sektion der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission, sprach am 8. Mai anlässlich des "Tags der Befreiung" mit dem ukrainischen Hörfunkprogramm "Radio Svoboda" über die Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs.

Zur Befreiung Osteuropas vom Nationalsozialismus durch die Rote Armee hätten alle Völker der damaligen Sowjetunion beigetragen. Aktuelle Versuche, die Erinnerung daran für eine Nation zu vereinnahmen, seien daher ahistorisch, betonte Schulze Wessel.

Im Gespräch ging Schulze Wessel zudem auf die Unterschiede zwischen privaten Kriegserinnerungen und der von Staaten beeinflussten Erinnerungskultur ein. Letztere sei immer direkt mit der politischen Entwicklung eines Staates verbunden. Die Feierlichkeiten an einem solchen Gedenktag seien somit auch Indikatoren für die politische Kultur eines Staates.

Zum Nachhören und -lesen (auf ukrainisch):

  • Українці і в Німеччині відзначили День пам’яті. А "Нічні вовки" везуть прапори угруповань "ДНР" і "ЛНР" [= Auch Ukrainer in Deutschland erinnerten an den Tag der Befreiung. Und die "Nachtwölfe" (d.h. Mitglieder des gleichnamigen russischen Motorradclubs) fahren mit den Flaggen der "DNR" und "LNR" (d.h. den Flaggen der separtistischen "Volksrepublik Donezk" und der "Volksrepublik Lugansk" in der Ostukraine) umher], Radio Svoboda (Ukraine), 8. Mai 2017

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