Europas Osten - bewundert und verachtet

04.04.2018 (08:57)

Petar Kehayov, Affiliated Researcher der Graduiertenschule, zu Gast in der Sendung SFR global

Deutschsprachige Medien berichten über Estland wie über ein Wunderland; Bulgarien dagegen wird als ein von Elend und Korruption beherrschter Ort dargestellt. Petar Kehayov, Kulturwissenschaftler und Linguist am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung in Regensburg und Affiliated Researcher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, kennt beide Länder gut. Im Gespräch mit Arthur Honegger informierte er anlässlich der Übergabe der EU-Präsidentschaft von Estland an Bulgarien über Fakten und Vorurteile.

«Immer wieder erstaunt es mich, wie schlecht Bulgarien von hier aus aussieht und wie positiv Estland». Der Satz stammt von Petar Kehayov, der in Bulgarien aufgewachsen ist, in Estland studiert und 16 Jahre dort gelebt hat. Für #SRFglobal kam er ins Studio nach Zürich und wurde hier von Arthur Honegger empfangen.

Auch Honegger gehört zu den Journalisten, die von Estlands Entwicklung beeindruckt sind. Ebenso wie Osteuropa-Korrespondent Peter Balzli: «Kaum ein Volk ist so zukunftsorientiert wie die Estinnen und Esten», textete Balzli vor einem Jahr in «10vor10». Jetzt wird er berichten, ob auch Bulgarinnen und Bulgaren an der Zukunft arbeiten. Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann komplettiert die Runde. Er ist nicht nur Estland- und Skandinavienkenner, sondern studienbedingt auch hervorragend im Bild über Bulgarien.

Bulgarien ist zwar noch immer das ärmste Land in der Europäischen Union. Aber es ist «mehr als Korruption, Armut, Gewalt gegen Flüchtlinge, unfreie Presse und Pferdefuhrwerke». Sagt Petar Kehayov, der es wissen muss.

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