Friederike Kind-Kovács Fellow am Imre Kertész Kolleg in Jena

30.11.2017 (15:52)

Forschungsaufenthalt von Oktober 2017 bis Juli 2018 an Kolleg zur Geschichte des 20. Jahrhunderts in Ostmittel- und Südosteuropa

Friederike Kind-Kovács, Postdoc der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien und Akademische Rätin am Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas der Universität Regensburg, ist seit Oktober 2017 Fellow am Imre Kertész Kolleg in Jena. Die Historikerin wird ihren noch bis Ende Juli 2018 dauernden Forschungsaufenthalt zum Austausch mit den Kollegiatinnen und Kollegiaten des an der Friedrich-Schiller-Universität angesiedelten Forschungszentrums nutzen und ihr Habilitationsprojekt „Central Europe's Starving Children: Humanitarian Child Relief in Budapest after WWI“ weiterverfolgen.

Das Imre Kertész Kolleg versteht sich als Ort interdisziplinärer und transnationaler geschichtswissenschaftlicher Forschung zu historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts in Ostmittel- und Südosteuropa. Am 22. Januar 2018 wird Kind-Kovács dort einen Vortrag mit dem Titel „Maps, Food Tickets and Handkerchiefs: The Materiality of Child Relief“ halten und einen Einblick in ihr Habilitationsvorhaben geben.

Kind-Kovács widmet sich darin der Frage, wie sich die ungarische Hauptstadt Budapest in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu einem sozialen urbanen Brennpunkt und zugleich zu einem Testfeld internationaler humanitärer Kindernothilfe entwickeln konnte. Sie nimmt gleichermaßen die lokalen und internationalen Diskurse sowie die alltäglichen Praktiken der humanitären Hilfe in den Blick, um auf diesem Weg das komplexe und dynamische-zeitweise auch äußerst schwierige-Zusammenspiel lokaler und internationaler humanitärer Akteure zu identifizieren. Der transnationale Diskurs über Hunger und Versehrtheit der betroffenen Kinder eröffnet einen Einblick in die Funktion von humanitärer Hilfe im internationalen Wettkampf um wirtschaftliche, wissenschaftliche und moralische Hegemonie.

Kind-Kovács wurde 2008 an der Universität Potsdam promoviert. Seit 2009 lehrt sie Universität Regensburg und wirkt seit 2013 an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien als Postdoc mit. Sie ist Autorin der Studie "Written Here, Published There: How Underground Literature Crossed the Iron Curtain" (CEU Press, 2014), die 2015 mit dem University of Southern California Book Prize in Cultural and Literary Studies ausgezeichnet wurde. Im Frühsommer 2017 hatte sie bereits ein "Mobilitäts-/Kurzzeitstipendium für Nachwuchswissenschaftlerinnen" der Universität Regensburg erhalten, das ihr einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt am "Institut für Geschichte" der Akademie der Wissenschaften in der ungarischen Hauptstadt Budapest eingeworben ermöglichte. 

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