Kriegsgedenken als Event. Der 9. Mai 2015 im postsozialistischen Europa

25.04.2017 (09:49)

Neuerscheinung: Studie zur Eventisierung des Kriegsgedenkens im postsozialistischen Europa

Die Ergebnisse des von der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien mitgeförderten Forschungsprojektes „Sieg - Befreiung - Besatzung. Kriegsdenkmäler und Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag des Kriegsendes im postsozialistischen Europa“ liegen nun in Buchform vor. Mitherausgeberin Ekaterina Makhotina ist Alumna der Graduiertenschule; sie lehrt am Lehrstuhl Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn.

 

Der 9. Mai, der nach sowjetischer Tradition als „Tag des Sieges“ das Ende des Zweiten Weltkriegs markiert, ist wahrscheinlich der am weitesten verbreitete, aufwendig zelebrierte Kriegsgedenktag der Welt. Während er in Moskau bis heute von wirkungsmächtigen Militärparaden begleitet wird, spielt er auch jenseits der russischen Grenzen eine zentrale Rolle - als ein immaterieller Erinnerungsort, der Gemeinschaft stiften und politische Positionen zum Ausdruck bringen kann. Der 9. Mai – das sind nicht nur Paraden und Ansprachen, sondern vor allem ein Volks- und Familienfest. Neben den Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird es auch an vielen anderen Orten mit großem Aufwand begangen, nicht zuletzt an den sowjetischen Ehrenmalen in Berlin.

Die Ergebnisse des u.a. von der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien durch Workshops unterstützten Forschungsprojekts "Sieg, Befreiung, Besatzung: Kriegsdenkmäler und Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag des Kriegsendes im postsozialistischen Europa" liegen nun in Buchform vor. Erschienen ist die Studie unter dem Titel „Kriegsgedenken als Event. Der 9. Mai 2015 im postsozialistischen Europa“ im Verlag Ferdinand Schöningh.

Die Autoren untersuchten das Gedenken am 70. Jahrestag des Kriegsendes gleichzeitig in verschiedenen Regionen Deutschlands, Russlands, der Ukraine, Belarus’ und Estlands. Das Buch liefert historischen und politischen Kontext, ethnographische Beobachtungen, räumliche Analysen sowie reichhaltiges Bild- und Kartenmaterial.

 

Mischa Gabowitsch, Cordula Gdaniec, Ekaterina Makhotina (Hg.):
Kriegsgedenken als Event. Der 9. Mai 2015 im postsozialistischen Europa
Verlag Ferdinand Schöningh, 1. Aufl. 2017, 345 Seiten, 20 s/w Grafiken, 38 s/w Abb., 2 s/w Tab., kart.
ISBN: 978-3-506-78434-6
EUR 39.90 / CHF 48.70

 

Cover: © Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & CoKG, 2017

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