Neuer West-Ost-Gegensatz?

30.06.2017 (10:30)

Gastbeitrag von Ulf Brunnbauer in der Mittelbayerischen Zeitung zu autoritären Tendenzen und EU-Skepsis in Ostmitteleuropa

Droht Europa eine Teilung in einen kosmopolitischen Westen und einen sich abschließenden Osten? Und welche Bedeutung kommt dabei der Gefahr des Rechtspopulismus zu? Ulf Brunnbauer, Regensburger Sprecher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, hat sich in einem Gastbeitrag für die "Außenansichten" der Mittelbayerischen Zeitung mit diesen Fragen befasst und sieht aktuell besorgniserregende Trends im östlichen Europa.

Der Befund ist alarmierend: Während derzeit in den alten Mitgliedsländern der EU wieder Kräfte an Gewicht gewönnen, die eine Vertiefung der Integration anstreben, erfreuten sich in den neuen Mitgliedsländern rückwärtsgewandter Nationalismus und EU-Skepsis wachsender Beliebtheit, bilanziert Brunnbauer. Insbesondere Ungarn und Polen seien dabei, die demokratischen Errungenschaften des letzten Vierteljahrhunderts zunichtezumachen.

Doch die notwendige Kritik an dieser Entwicklung will Brunnbauer mit der Frage verbunden wissen, warum eine solche Politik auf fruchtbaren Boden falle. Die Antwort liege in den Verwerfungen der letzten Jahrzehnte: Nirgendwo sonst in der EU habe der sozio-ökonomische Wandel so viele Verlierer hinterlassen wie im östlichen Europa. Die EU solle diese Entwicklungen daher als Ansporn begreifen, wieder stärker Hoffnung auf ein besseres Leben zu verbreiten.

Der Gastbeitrag zum Nachlesen

Zurück