Rückblick: Die Ukraine im Fokus

19.03.2014 (00:00)

Foren der Graduiertenschule zur aktuellen Lage in der Ukraine

Die Ereignisse auf dem Kiewer Majdan und der Streit um die Krim lassen die Weltöffentlichkeit seit Monaten auf die Ukraine blicken. Damit rückt ein Land in den Fokus, über das hierzulande oftmals wenig bekannt war. Die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien hat mit drei Veranstaltungen auf die aktuellen Ereignisse reagiert, die über die Hintergründe der Ereignisse ebenso informierten wie mögliche Zukunftsperspektiven diskutierten.

Die Proteste auf dem Majdan standen im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung am 26. Februar in München. Zwei unterschiedliche Vorträge prägten das Programm: Professor Dr. Martin Schulze Wessel betrachtete den Konflikt um die Ukraine aus historischer Perspektive: Er sprach über die Rolle, die die Gegend im Mächtekalkül Russlands und Polens im 17. und 18. Jahrhundert hatte, und stellte Bezüge zur Gegenwart und damit zur Bedeutung der Ukraine für die EU und Russland heute her. Anschließend berichtete die Studentin Kateryna Kudin (LMU München), die Anfang des Jahres einige Wochen in Kiew verbracht hat, von ihrer Wahrnehmung der Proteste und der politischen Ereignisse.

Der Streit um die Krim und die Zukunft der Ukraine standen im Zentrum des Forums „Frozen Conflicts - Was wird aus der Ukraine?“ an der LMU München am 18. März 2014. Renommierte Wissenschaftler und Experten für die Region brachten den Georgien- und Transnistrien-Konflikt mit dem aktuellen Konflikt um die Ukraine in Verbindung und diskutierten mögliche Zukunftsszenarien für die Ukraine. Professor Dr. Stefan Troebst (Universität Leipzig) sprach über den Transnistrien-Konflikt und Professor Dr. Hubertus Jahn (University of Cambridge) über den Kaukasuskrieg im Jahr 2008. Auf dem Podium diskutierten Wilfried Jilge (Universität Leipzig), Professor Dr. Hans-Henning Schröder (Stiftung Wissenschaft und Politik), Dr. Martin Brusis (LMU München) und Kateryna Kudin (LMU München), wie sich die Situation in der Ukraine weiterentwickeln könnte.

Am 19. März 2014 informierte in Regensburg die Veranstaltung „Ukraine zwischen Krieg und Frieden“ über die Hintergründe der aktuellen Ereignisse.

Der Slavist Professor Dr. Walter Koschmal analysierte die kulturhistorischen Dimensionen. Die Ökonomin Dr. Manuela Troschke reflektierte  die Bedeutung ökonomischer Faktoren für die Krise und deren Folgen. Der Sozialwissenschaftler Maxim Gatskov beleuchtete die politische Spaltung und ethnische Teilung des Landes unter sozialen wie religiösen Gesichtspunkten. Der Ukraine-Historiker Wilfried Jilge ordnete den Konflikt historisch ein und sprach zugleich über aktuelle Probleme.

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