[Interview] Skopje 2014: Bauboom als Provokation

09.02.2015 (11:31)

Professor Dr. Ulf Brunnbauer über die Veränderung eines Stadtgesichts

Das Gesicht der makedonischen Hauptstadt hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Unter dem Dach des Projekts "Skopje 2014" setzte ein neoklassizistischer Bauboom ein. Professor Dr. Ulf Brunnbauer, Mitglied der Graduiertenschule in Regensburg, erklärte dem Domradio, warum er diese Entwicklung für kritikabel hält.

Innerhalb der letzten fünf Jahre wurden zwanzig große Gebäude und vierzig Denkmäler im Zentrum der Stadt errichtet, die erhebliche Mittel eines der ärmsten Länder Europas verbrauchten. Dennoch seien die Gebäude von schlechter Bauqualität und der Stil eher im 19. Jahrhundert zu verorten. Professor Brunnbauer erklärt den Hintergrund dieser Umgestaltung mit einer nationalen Unsicherheit. Im Gegensatz zu den Nachbarländern habe Makedonien bisher keine ruhmreiche Antike vorzuweisen, dies versuche es jetzt auszugleichen und provoziere damit gleichzeitig die Nachbarländer. Unter einer ethnisch-nationalistischen Bauweise litten zudem die makedonischen Albaner, die zwischen einem Viertel und einem Drittel der Bevölkerung ausmachten.

Das gesamte Interview ist nachzuhören in der Mediathek des Domradios.

 

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