Walter Koschmal erhält Auszeichnung des slowakischen Außenministers

22.01.2018 (11:54)

Regensburger Slavist für seine Verdienste um freundschaftliche Beziehungen zur Slowakischen Republik geehrt

Walter Koschmal (l.)

Am 10. Januar 2018 erhielt Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Koschmal, Professor für Slavische Literaturwissenschaft am Institut für Slavistik der Universität Regensburg und Principal Investigator der Graduiertenschule, in Berlin eine Auszeichnung des slowakischen Ministers für Auswärtige und Europäische Angelegenheit der Slowakischen Republik, Miroslav Lajčák. Gewürdigt werden damit Koschmals Verdienste um freundschaftliche Beziehungen zur Slowakischen Republik.

In der Laudatio auf den 1952 geborenen Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Koschmal wurde insbesondere der Aufbau des Slovakicum an der Universität Regensburg hervorgehoben. Dabei handelt es sich um eine deutschlandweit einmalige Einrichtung, die in Kooperation mit der Universität Bratislava betrieben wird und die Studierenden eine studienbegleitende Ausbildung in slovakischer Sprache, Kultur und Landeskunde ermöglicht. Betont wurde auch das Europaeum, das von Koschmal mitgegründet wurde und dessen Leiter er bis zum letzten Jahr war. Das im Jahr 2000 gegründete Ost-West-Zentrum fördert den Dialog zwischen dem östlichen und westlichen Europa in Forschung und Lehre durch wissenschaftliche Austauschprogramme und gemeinsame Projekte Universität Regensburg mit Universitäten des östlichen Europa. Als weitere besondere Einrichtung  wurde auf Bayhost verwiesen, das Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa, das den wissenschaftlichen Austausch zwischen Bayern und den Ländern des östlichen Europa fördert und in dessen Direktorium Koschmal bis 2017 tätig war. Daneben ist Koschmal Mitherausgeber der Zeitschrift POETICA: Zeitschrift für Sprach- und Literaturwissenschaft und der Zeitschrift für slavische Philologie.

Die Auszeichnungsurkunde  übergab Peter Lizák , Botschafter der Slowakischen Republik, „für herausragende Verdienste um die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen mit der Slowakischen Republik“. Anlass der Auszeichnung war das 25-jährige Jubiläum der Gründung der Slowakischen Republik. Neben dem Regensburger Professor wurden am 10. Januar Bartholomäus Kalb, Mitglied des Bundestages und Vorsitzender der Deutsch-Slowakischen parlamentarischen Gruppe,  Brunhilde Reitmeier-Zwick, die Bundesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft e. V. sowie das Deutsche Kulturforum östliches Europa ausgezeichnet. Ehrengast des Festempfangs war der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel.

2015 erhielt Koschmal bereits die Ehrendoktorwürde der Taras-Schewtschenko-Universität Kiew sowie 2016 die Ehrenmedaille der Comenius-Universität Bratislava ebenfalls für seine Verdienste um die deutsch-slowakische Freundschaft.

Walter Koschmals Forschung  ist breit angelegt. Er beschäftigt sich mit unterschiedlichen Literaturen Osteuropas. Sein letztes Buch untersuchte die Poesie des ukrainischen Nationaldichters Taras Ševčenko, der in seinem Heimatland eine zentrale historische Identifikationsfigur, in Deutschland aber kaum bekannt ist. Davor widmete er unter anderem dem tschechisch-jüdischen Autoren Jiří Mordechaj Langer eine Biographie, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebte und Gedichte auf Deutsch, Tschechisch und Hebräisch verfasste.

Koschmals Einsatz für transnationalen Austausch und Kooperation in der Wissenschaft spiegelt sich auch in einer Reihe von zweisprachigen Sammelbänden, die er 2015, 2016 und 2017 herausgab. Darin schrieben Studierende aus Russland, Rumänien und der Slowakei über ihre Erfahrungen in Deutschland sowie deutsche Studierende über ihre Erlebnisse in dem jeweils anderen Land.

Foto: © Slowakisches Kulturinstitut in Berlin/Universität Regensburg

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