Workshop: Wohin nach der Promotion?

20.02.2017 (13:06)

Gemeinsamer Workshop der Graduiertenschule und des Internationalen Graduiertenkollegs "Religiöse Kulturen"

Unabhängig davon, ob man eine Karriere in oder außerhalb der Wissenschaft anstrebt, lohnt es sich, sich rechtzeitig auf das berufliche Leben nach der Promotion vorzubereiten. Anregungen, Informationen und individuell zugeschnittene Ratschläge dazu gab den Promovierenden der Graduiertenschule und des Internationalen Graduiertenkollegs (IGK) „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts“ ein gemeinsam organisierter Workshop im Januar und Februar 2017.

„Geisteswissenschaftlerinnen - und wissenschaftler können später überall arbeiten – oder nirgendwo.“ Mit solchen Gedanken hat sich wohl jeder, der sich für ein geisteswissenschaftliches Studium entschieden hat, schon einmal auseinandergesetzt. Diese berufsbezogene Uneindeutigkeit spielt gerade auch für diejenigen, die sich für eine Promotion entschieden haben, eine Rolle. Daher gilt es, sich schon während der Promotion möglicher Berufsfelder bewusst zu werden und Strategien zu entwickeln, die nach Abschluss der Promotion näher in Richtung Traumberuf führen.

 Wohin also nach der Promotion? Unter diesem Motto veranstalteten die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien sowie das IGK „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts“ im Januar und Februar 2017 einen mehrtägigen Workshop für ihre Promovierenden an der LMU München. Geleitet haben den Workshop die Erwachsenenbildnerin Dr. Christine Bäumler und die Politikwissenschaftlerin Sabine Gossner, die mit ihrer in Nürnberg ansässigen Firma Ubaris Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Themen wie Didaktik, Projektentwicklung und Karriereplanung beraten und sie mit systemischen Coachings unterstützen.

Während des Workshops entwickelten die beiden Dozentinnen mit den Teilnehmenden einen Überblick über mögliche Berufsfelder sowie berufsbezogene Strategien für die Zeit während und nach der Promotion. Der gesamte Workshop war von drei Leitfragen durchzogen: „Was kann ich, was will ich, und wie gehe ich es an?“ Nach einer einleitenden Präsentation der beiden Coaches zum Verhältnis von Promotion und Berufseinstieg beschäftigten sich die Anwesenden zunächst mit der Frage: Was kann ich? – und stellten dazu eine Liste ihrer durch Studium und Promotionsphase erworbenen Kompetenzen zusammen. Aufgeteilt in die Bereiche Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz zeigte sich ein breites Spektrum von Fähigkeiten. Von individuellen, auf das eigene Forschungsthema bezogenen Kompetenzen bis hin zum Halten von Vorträgen, der Vermittlung komplexer Inhalte, dem Schreiben, des Selbst- und Zeitmanagements und vieler anderer Bereiche – es zeigte sich, dass Geisteswissenschaftlerinnen und - wissenschaftler über ihre Laufbahn hinweg eine breite Palette an praktischen Fähigkeiten erwerben.

Daraufhin widmeten sich die Anwesenden der Frage, wohin man beruflich eigentlich möchte. Erneut in Gruppenarbeit sprachen die Teilnehmenden über zahlreiche mögliche Berufsfelder. Zudem beschäftigten sie sich mit Portalen, über die sich Stellenausschreibungen gezielt suchen und finden lassen. Wie man unter Beweis stellt, die richtige Person für eine Stelle zu sein, erprobten die Promovierenden in einem anschließenden Rollenspiel, in dem sie konkrete Bewerbungssituationen nachstellten. Abschließend diskutierten die Coaches mit den Promovierenden, welche Faktoren bei der Suche nach dem Traumberuf für sie relevant sind – angefangen von den eigenen Interessen bis hin zu Aspekten wie Flexibilität und Arbeitszeit.

Die dritte Hauptfrage - „Wie gehe ich es an“ - stand im Fokus der zweiten Sitzung im Februar. Dazu brachten die Promovierenden sowohl ihren Lebenslauf als auch mehrere aktuelle Stellenausschreibungen mit, die sie im Plenum konkret im Hinblick auf eine mögliche Bewerbung besprachen. Die Anforderungen verschiedener Ausschreibungen und Bewerbungsstrategien diskutierte die Gruppe ebenso wie die Gestaltung des Lebenslaufs.

Nach den beiden Terminen bestand die Möglichkeit zu einem persönlichen Coaching. Das Einzelcoaching bot Gelegenheit, individuelle Anliegen und Fragen zu vertiefen und mit den erfahrenen Expertinnen die eigene Karriereplanung zu reflektieren. Damit schlossen diese Gespräche einen vielseitigen Workshop ab, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geholfen hat, sich Klarheit über die Möglichkeiten des Berufseinstiegs als promovierte Geisteswissenschaftlerin bzw. als promovierter Geisteswissenschaftler zu verschaffen und so manchen hoffentlich inspirierte und motivierte. Abseits von Allgemeinplätzen wie dem, dass man überall oder nirgendwo arbeiten kann, zeigte der Workshop doch die große und breit gefächerte Palette an interessanten Berufsfeldern für Geisteswissenschaftler.

Claus Spenninger, IGK, LMU

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