[DFG-Förderung] "Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs"

04.09.2014 (16:08)

Zwei Mitglieder der Graduiertenschule erfolgreich mit Netzwerkantrags

Zwei Mitglieder der Graduiertenschule können sich über einen Erfolg mit einem Netzwerkantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) freuen: Berenika Szymanski-Düll (PostDoc) und Katalin Cseh (Doktorandin) haben das Projekt „Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs“ mitinitiiert, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft im vollen Umfang (2015-2018) fördern wird.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Performance- und Aktionskunst in Ostmitteleuropa von den 1960er Jahren bis in die Mitte der 1990er Jahre. Während die Aktionskunst sich allgemein in den Theaterwissenschaften einer reichen Theoriebildung und Kanonisierung erfreut, ist das ostmitteleuropäische Beispiel bisher vernachlässigt geblieben. Ostmitteleuropa schien in der Zeit des Eisernen Vorhangs von der „progressiven“ Kunst isoliert gewesen zu sein, doch war diese im Gegenteil gerade dort aktuell und effektiv: Die künstlerische Verwendung des eigenen Körpers sowie minimalistische Ausdrucksformen erwiesen sich als geeignete Mittel, um auf die Absurdität der kommunistischen Ordnung zu reagieren und diese oft auch zu kritisieren. Obwohl die Ostblockstaaten geopolitisch isoliert waren, pflegten Künstlerinnen und Künstler Netzwerke und Kontakte mit Künstlern sowohl innerhalb wie außerhalb der Ostblockstaaten. Da offizielle Wege der Kommunikation und des Austausches für (Aktions)Künstler kaum möglich waren, nutzten sie alternative Formen der Vernetzung. Diese Netzwerke, kulturellen Transfers und einzelne Aktionen untersucht das Projekt in vergleichender Perspektive und verlässt damit den Blickwinkel einer länderspezifisch ausgerichteten Ostmitteleuropaforschung. Ziel des Projektes "Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs" ist somit die Erweiterung theater-, kultur- und medienhistorischer Fragestellungen und Referenzpunkte in der Geschichtsschreibung europäischer Kunst.

Die wissenschaftlichen Netzwerke sind ein Förderungsprogramm der DFG, das sich besonders an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler richtet mit dem Ziel, ihnen einen orts- und themenübergreifenden Austausch zu ermöglichen. Im Falle des Projekts „Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs“ soll diese Unterstützung in drei Workshops, einem Symposium, einer Abschlusskonferenz und einer gemeinsamen Publikation münden.

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