Grundlagen und Formen des sozialen und politischen Wandels

Museum des Kommunismus in Prag, Foto: Darina Majernikova

Der Wandel sozialer und politischer Ordnungssysteme in seinen rechtlichen, institutionellen, religiösen, kulturellen und sprachlichen Bezügen steht im Zentrum dieses Forschungsfelds. Schließlich liegt gerade in den Wandlungsprozessen eine Besonderheit der Untersuchungsregion, weswegen die Zusammenhänge von sozialem und politischem Wandel mit kulturellen Raumkonzepten und Raumerschließungspraktiken thematisiert werden.

Die Graduiertenschule fragt nach den Dynamiken, Bestimmungsfaktoren und Folgen der vielfachen Transformationsprozesse, die Ost- und Südosteuropa in den letzten beiden Jahrhunderten erlebt hat: Wie lassen sich Konvergenzen und Divergenzen in der Entwicklung verschiedener politischer Systeme und Gesellschaften, aber auch Sprachen vergleichend beschreiben? Welche Wissensordnungen, historische Erbschaften und umgestaltende Interventionen bestimmen diesen Wandel mit?

  1. Einen Forschungsschwerpunkt stellen erstens Systemwechsel dar – wie die Auflösung imperialer Ordnungsrahmen, die Etablierung kommunistischer Herrschaftsordnungen, die post-sozialistische Transformation und die europäischen Integration – und ihre sozialen, kulturellen und sprachlichen Wirkungen.
  2. Unter dieses Forschungsfeld fallen zweitens Studien, die sich mit den historischen Akteuren, ihren Erfahrungs- und Wissensbeständen sowie Erwartungshorizonten beschäftigen.
  3. Drittens widmet sich das Forschungsfeld Institutionen, die den sozialen und geografischen Raum zu ordnen versuchen. Institutionen sind sowohl Instrumente der Stabilitätssicherung als auch Arenen des Wandels. Der Begriff der Institution erlaubt einen Brückenschlag zwischen Strukturen und Praktiken, zwischen sozialer Ordnung und Kultur. Wie sind Institutionen und die sie tragenden Akteure kulturell verankert? Wie verhalten sich formelle Institutionen und informelle Netzwerke zueinander?