Konstruktion, Übersetzung und Entgrenzung in Kunst und Literatur

Leitung: Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Prof. Dr. Dorothee Gelhard

Im Fokus der Studiengruppe „Konstruktion, Übersetzung und Entgrenzung in Kunst und Literatur“ stehen literarische und künstlerische Produktionen ost- und südosteuropäischer Künstlerinnen und Künstler vom 19. bis 21. Jahrhundert. Dabei werden sowohl Entstehungsprozesse und -hintergründe von Texten, Objekten und performativen Ereignissen als auch ihre Rezeption und Wirkungsmacht untersucht.

Pierre Bourdieu folgend, der Kultur als zentrales Element der „geronnenen Erfahrung“ auffasst, bildet die Einbeziehung gesellschaftlicher Prozesse einen wichtigen Bezugspunkt der gemeinsamen Diskussionen und Analysen, reflektieren doch Texte, Objekte und performative Ereignisse neben individuellen Wahrnehmungen und Erlebnissen auch kollektive Narrative und Praktiken sowie subversive Diskurse. Hierbei ist die kritische Auseinandersetzung mit nationalen Vorstellungen und Abgrenzungen von Bedeutung, da Kunst und Literatur als grenzüberschreitend und diskursiv angenommen werden und deshalb nicht nur aus nationaler Perspektive, sondern auch innerhalb transnationaler Kontexte untersucht und verortet werden sollten.

Die Projekte der Studiengruppe sind in Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Theater- und Filmwissenschaft angesiedelt und widmen sich aus interdisziplinärer Perspektive literarischen und künstlerischen Austauschprozessen im europäischen und globalen Kontext, der Modellierung transnationaler Räume, der Konstruktion und Dekonstruktion von Identitätszuschreibungen, den Problemen der Übersetzung und der Übersetzbarkeit sowie der Erfahrung von Alterität.

Mitglieder:

Dr. Berenika Szymanski-Düll
“art has no nationality” - Grenzgänge polnischer Schauspieler/innen im 19. Jahrhundert

Annelie Bachmaier, M.A.
Konzeptionen des Fremden in der russischen Literatur Anfang des 20. Jahrhunderts: Aleksander Grins Reisetexte

Anna Baumgartner, M.A.
Die Münchener Polenschule. Exotik, Abenteuer und Orientalismus in der Malerei um Józef Brandt

Alice Buzdugan, M.A.
Stadtkultur in „Großrumänien“: Wahrnehmungen und Imaginationen des öffentlichen und privaten Raums im rumänischen und rumäniendeutschen Roman

Mag.a. Katalin Cseh
Rebellische (Spiel)Räume und Underground-Netzwerke. Die „zweite Öffentlichkeit“ der ungarischen Avantgarde

Marija Đokić M.A.
Eine Theaterlandschaft für Belgrad (1841–1914). Kulturtransfer zwischen osmanischen, serbischen und europäischen Theaterpraktiken

Anna Juraschek, M.A.
Die Rettung des Bildes im Wort. Bruno Schulz’ Bild-Idee in seiner Prosa und Kunst

Emanuel Tatu, M.A.
„Erfahrung“ und „Wahrnehmung“ in der Prosa rumänisch-jüdischer Autoren der Zwischenkriegszeit [ca. 1920–ca. 1940]. Ion Călugăru, Ury Benador, Max Blecher