Graduate School for East and Southeast European Studies
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[18.10.2018] Ost- und Südosteuropaforschung als Regionalwissenschaft für das 21. Jahrhundert

18.10.2018

Ost- und Südosteuropa auf innovative Weise erforschen: Die fünfte Jahreskonferenz der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (GS OSES) wird sich vom 25. bis 27. Oktober 2018 in München mit den Paradigmen, Themen und Methoden der Ost- und Südosteuropastudien als einer modernen, interdisziplinären Regionalwissenschaft beschäftigen. Die Ideen und Projekte von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern stehen dabei im Mittelpunkt.

MÜNCHEN / REGENSBURG. Vor sechs Jahren, im November 2012, wurde die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien als gemeinsame Einrichtung der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder ins Leben gerufen. Aber die Welt im Jahr 2018 unterscheidet sich von der im Jahr 2012. Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz und für eine Diskussion etablierter und innovativer Ansätze, Fragen und Methoden zur Erforschung Ost- und Südosteuropas als Area Studies für das 21. Jahrhundert.

Inwiefern werden gängige theoretische und methodische Prämissen noch den Phänomenen und Herausforderungen der Gegenwart gerecht? Wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften stärken? Welche Impulse bieten neuere Ansätze der Kunstwissenschaften oder der Anthropologie? Und in welchen geografischen, sozialen und kulturellen Zusammenhängen müssen innovative Forschungsthemen gedacht werden?

In acht Vortrag-Panels geben 23 aktuelle und ehemalige Promovierende und Postdocs der Graduiertenschule einen Einblick in ihre Forschung und diskutieren diese mit international renommierten Kolleginnen und Kollegen. Transnationale Verflechtungs- und Wahrnehmungsräume, die Produktion und Zirkulation von Wissen oder die Bedingungen transkontinentaler Verflechtungen Ost- und Südosteuropas werden dabei ebenso erörtert, wie Sprachpraktiken in einer dynamischen Welt und Aspekte der Performativität und der kulturellen Aneignung. Nachgespürt wird zudem grenzüberschreitenden Imaginationen und Genrewanderungen in der Literatur, Malerei, bildenden Kunst und im Film. Andere Beiträge zeigen anthropologische und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Ost- und Südosteuropastudien als Teil der modernen Area Studies auf.

Keynote-Speaker sind die beiden Osteuropahistoriker Prof. Dr. Diane P. Koenker (London) und Prof. Dr. Frank Hadler (Leipzig), die konzeptionelle Überlegungen für zeitgemäße Ost- und Südosteuropastudien auf Basis ihrer umfangreichen Forschungsarbeit beisteuern werden.

Zeit: Donnerstag, 25.10.2018, 17 Uhr, bis Samstag, 27.10.2018, 14 Uhr
Ort: Historisches Kolleg, Kaulbachstraße 15, 80539 München

Die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (GS OSES) ist eine gemeinsame Einrichtung der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Ihre Doktorandenausbildung wurde 2013 im Paper „Good Practice Elements in Doctoral Training“ der League of European Research Universities (LERU) als Best-Practice-Beispiel angeführt.

Kontakt

Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Maria-Theresia-Straße 21
81675 München
Deutschland

Dr. Christoph Hilgert
Telefon: 089 2180 9595
Fax: 089 2180 17763
E-Mail: christoph.hilgert@lrz.uni-muenchen.de

Anhang

Kurzbiografien der Keynote Speaker

Prof. Dr. Diane P. Koenker (London) ist seit Anfang 2018 Professorin für Russische und Sowjetische Geschichte sowie Direktorin der renommierten School of Slavonic and East European Studies (SSEES) am University College London (UCL), einer der weltweit führenden Hochschuleinrichtungen ihrer Art. Zuvor lehrte Koenker in den USA an der University of Illinois in Urbana-Champaign und der Temple University in Philadelphia. Sie gehörte dem Vorstand der Association for Slavic, East European, and Eurasian Studies (ASEEES) an und betreute die Redaktion der Fachzeitschrift „Slavic Review”. In ihrer Forschung nimmt Koenker vor allem Phänomene der Alltagsgeschichte in den Blick. Aktuell beschäftigt sie sich mit Fragen des Konsums in der Sowjetunion der 1960er-Jahre. In ihrem Vortrag nimmt sie die Beziehung von Tourismus und der Internationalisierung der sowjetischen Küche und Esskultur in den Blick.

Prof. Dr. Frank Hadler (Leipzig) ist seit 2011 Honorarprofessor für Kulturgeschichte Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig und Fachkoordinator für die Geschichte des 19. und 20 Jahrhunderts am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO). Er leitet dort die Projektgruppe „Transnationale Zeitgeschichte Ostmitteleuropas“ (gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Middell) und ist Generalsekretär der Commission Internationale des Études Historiques Slaves (CIEHS). Zu Hadlers Forschungsschwerpunkten gehören die Kulturgeschichte Ostmitteleuropas im 19. und 20. Jahrhundert, die Geschichte von Transnationalisierungs- und Globalisierungsprozessen, die Historiographiegeschichte sowie die Tschechoslowakische Geschichte. Sein Vortrag führt diese Interessen zusammen und entwickelt aus verflechtungsgeschichtlicher Perspektive konzeptionelle Überlegungen zur Erforschung Osteuropas als „globale Arena“.